Brauche ich eine Psychotherapie?

Viele Menschen sind sich heutzutage nicht mehr sicher, ob das was sie fühlen „normal“ ist oder nicht. Immer mehr wagen daher den Schritt zum Psychotherapeuten.

Viele haben damit Erfolg, andere wiederum nicht.

Aussagen wie „Der versteht mich nicht“ „Wir schweigen uns die meiste Zeit eigentlich nur an“, „Ich musste meinen Psychotherapeuten selbst therapieren“, „Zum Psychotherapeuten gehen doch nur Verrückte! Ich bin doch nicht verrückt!“ begegnen uns in unserem Alltag immer wieder.

Fest steht, nicht jede Psychotherapie bietet effektive Hilfe und manchmal erwischt man einfach nur den falschen Psychotherapeuten / die falsche Psychotherapeutin oder auch die falsche Psychotherapierichtung. Dies bedeutet nicht, dass der Psychotherapeut oder die Psychotherapeutin schlecht ist, es bedeutet nur, wie in jeder Beziehung, dass die Personen einfach nicht optimal zusammenpassten. Auch kann es sein, dass die Psychotherapierichtung nicht die Richtige für die jeweilige Person war, denn nicht jede Behandlungsmethode führt bei jedem zum Erfolg.

Hypnose, Körpertherapie, Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Meditation, Selbsterfahrung oder doch ein Coaching? Was brauche ich? Soll ich lieber zu einem Psychiater oder doch lieber zu einem Psychologen gehen? Was ist hier der Unterschied? Was bietet mir der Heilpraktiker für psychotherapeutische Interventionen an? Was zahlt meine Krankenkasse? Wie finde ich heraus, ob der Psychotherapeut mir gegenüber auch fähig ist und nicht noch mehr Unheil anrichtet? Wie lange dauert es bis ich einen Psychotherapieplatz bekomme?

Hier eine kurze Erklärung was den Unterschied in diesen unterschiedlichen Bezeichnungen ausmacht:

Psychologischer Psychotherapeut

Ein Psychologischer Psychotherapeut / Eine Psychologische Psychotherapeutin hat ein Psychologiestudium (5 Jahre) abgeschlossen und anschließend eine 3 – 5 jährige Ausbildung zum Psychotherapeuten absolviert. Nach seinem / ihrem Studium hat er / sie eine der psychotherapeutischen Schulen gelernt: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie, Kognitive Verhaltenstherapie oder Systemische Psychotherapie. Jede dieser Ausbildungen beinhalten  eine Vielzahl an theoretischen und praktischen Stunden, um das jeweilige Verfahren zu erlernen, einen Selbsterfahrungsanteil und einen Praktischen Anteil in Kliniken und / oder Psychotherapeutischen Lehrpraxen. Am Ende aller absolvierten Bausteine gibt es ein staatliches Examen zu absolvieren.

In Zukunft können Universitäten ein Direktstudium zur Ausbildung als Psychotherapeut anbieten. Dieses gliedert sich in ein 3-jähriges Bachelorstudium und ein anschließendes 2-jähriges Masterstudium, was mit einem  Staatsexamen abschließt. Die Ausbildungszeit wird dadurch erheblich verkürzt.

Psychiater

Der Psychiater ist ein Absolvent eines Medizinstudiums (6 Jahre) mit einer anschließenden Facharztausbildung zum Psychiater (3-5 Jahre). Der Psychiater darf im Gegensatz zu allen anderen im Psychotherapeutischen Arbeitsfeld wirkenden, Psychopharmaka (und andere Medikamente) verschreiben. Manche Psychiater haben eine Zusatzausbildung zum Psychotherapeuten und nennen sich dann Ärztliche Psychotherapeuten. Auch hier gibt es die Unterscheidung zwischen den verschiedenen psychotherapeutischen Richtungen (s.o.).

Mittlerweile werden Psychotherapeuten offiziell in ihrer Bezeichnung nicht mehr in psychologische oder ärztliche Psychotherapeuten unterschieden. Sie alle nennen sich jetzt Psychotherapeuten. Die oben genannte Unterscheidung dient lediglich zur besseren Strukturierung und zum leichteren Verständnis der Unterschiede im jeweiligen Bildungsweg.

 

Heilpraktiker für Psychotherapie

Ein Heilpraktiker / eine Heilpraktikerin für Psychotherapie hat entweder ein Psychologiestudium abgeschlossen, ohne eine darauffolgende Ausbildung zum Psychotherapeuten zu machen oder er /sie hat eine 2-jährige Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie / zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gemacht. Die Ausbildung besteht aus mehreren Seminaren und einem theoretischen Examen.

 

Coaching

Ein Coaching basiert auf eine Optimierung der jeweiligen Ressourcen und ein Coach ist nicht dazu ausgebildet eine psychische Erkrankung zu behandeln. Er hat im besten Fall eine 5 jährige Ausbildung als Coach genossen und Berufserfahrung im jeweiligen Setting gesammelt (soziale Hilfen, Unternehmen, etc.). Der Begriff Coaching ist jedoch rechtlich nicht geschützt, sodass man auch nur ein Wochenendseminar gemacht haben kann und sich dann Coach nennen darf. Hier sei individuell darauf zu achten und prüfen, welche Qualifikationen der jeweilige Coach mitbringt.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Kassentherapeut und einem privaten Psychotherapeut?

Alle vier Verfahren können in Deutschland von der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden. Alle anderen Verfahren werden nicht anerkannt (Hypnotherapie, Gestalttherapie, etc.). Über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen darf ein Psychotherapeut nur, wenn er über einen Kassensitz verfügt. Dieser ist wie eine Erlaubnis von der Kassenärztlichen Vereinigung, um über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu dürfen. Er ist jedoch ortsgebunden. Zieht man in ein anderes Gebiet, muss man ihn wieder abgeben. Erst wenn jemand seinen Kassensitz abgibt, kann ein neuer Psychotherapeut diesen erwerben und ist dann in der Lage über die gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Bekommt er keinen Kassensitz, da die Anzahl dieser sehr begrenzt ist, kann er sich als privater Psychotherapeut jederzeit selbständig machen und über die privaten Krankenkassen bzw. über Selbstzahler abrechnen. Für Psychiater und ärztliche Psychotherapeuten gilt die gleiche Regelung bezüglich der Abrechnung über die Krankenkassen.

Heilpraktiker für Psychotherapie und Coaches können keine Erlaubnis erhalten über die gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen.

 

Doch auch wenn nun diese Unterschiede ein bisschen klarer wurden, bleiben oft noch viele Fragen vor dem ersten Besuch einer psychotherapeutischen Sitzung.

Viele Fragen. Wichtige Fragen. Fragen, die sich die meisten Patienten vor Ihrem ersten Besuch nicht gestellt haben und am Ende zu dem Schluss kamen: „Psychotherapie ist nichts für mich“. Ihr Problem haben Sie jedoch behalten. Das ist schade, denn es gibt sehr viele gute und bewährte Methoden, die Ihnen aus psychischen Problemen heraus helfen können.

Am wichtigsten ist jedoch die folgende Frage:

Bin ich bereit, etwas dafür zu tun, dass es mir besser geht? Bin ich bereit, etwas zu verändern?

Aus diesen Fragen leiten sich Ihre Therapiemotivation und Ihre Veränderungsmotivation ab.

Die Therapiemotivation ist der Wille regelmäßig, also wöchentlich eine psychotherapeutische Sitzung zu besuchen, pünktlich zu sein und aktiv an den Sitzungen teilzunehmen.

Die Veränderungsmotivation bezeichnet Ihre Motivation auch wirklich an sich zu arbeiten. Aufgaben, die Ihnen gestellt werden auch außerhalb der Psychotherapeutischen Sitzungen durchzuführen und sich aktiv mit sich selbst auseinanderzusetzen. Auch wenn das manchmal bedeutet sich seinen Ängsten stellen zu müssen und neue Herausforderungen zu meistern.

Daher stellen Sie sich hier noch einmal diese Fragen:

Bin ich bereit, etwas dafür zu tun, dass es mir besser geht? Bin ich bereit, etwas zu verändern?

Können Sie diese beiden Fragen mit einem klaren JA beantworten, sind Sie geeignet für eine Psychotherapie. Und dies ist die aller wichtigste Voraussetzung für das Meistern einer Krise: Der Mut zur Veränderung.

Ganz gleich welches Problem Sie begleitet, die moderne Psychotherapie bietet heutzutage zahlreiche Möglichkeiten der Lösung an. Diese Vielfalt macht es jedoch zunehmend schwerer herauszufiltern, welches Angebot für den individuellen Einzelfall das passende ist.

Hierzu bietet die 116117  die Möglichkeit über eine psychotherapeutische Sprechstunde eine umfassende persönliche Beratung zu bekommen um  herauszufinden, welche psychotherapeutische Richtung die passende für Sie ist. Die psychotherapeutische Sprechstunde bei einem Kassentherapeuten wird immer von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Haben Sie erstmal einen netten Psychotherapeuten / Psychotherapeutin durch die psychotherapeutische Sprechstunde gefunden, lohnt es sich dran zu bleiben und sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Die meisten Psychotherapeuten, die über die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland arbeiten, haben mittlerweile eine Wartezeit von 6 Monaten bis über 1 Jahr. Bitte lassen Sie sich niemals entmutigen, dennoch dran zu bleiben. Vereinbaren Sie mehrere Erstgesprächstermine gleichzeitig und fragen Sie am besten immer mal wieder nach und machen auf sich aufmerksam. Mit etwas Beharrlichkeit zeigen Sie bereits große Therapiemotivation, was ein gutes Zeichen ist und werden sicher bald einen Platz bekommen.

Selbstzahlern und Privatversicherten biete ich die Möglichkeit über Video-Telefonie online Termine zu vereinbaren, um herauszufinden, was das Richtige für Sie ist.

Ich begleite Sie auf Ihrem individuellen Weg und helfe Ihnen die für Sie richtige Hilfe zu finden.

Bei vorhandenen Therapieplätzen übernehme ich auf Ihren Wunsch auch gerne selbst die Behandlung.

Alle Gespräche bleiben absolut vertraulich.